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Wo denken wir?
Eine Weltkarte des kritischen Denkens (Einführung)

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BLÖCKE
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MIRO

Kurze Beschreibung

Die Aktivität mit dem Titel „Wo denken wir? Eine Weltkarte des kritischen Denkens“ zielt darauf ab, einen Prozess der Reflexion über die Diagnose von strukturellem Rassismus und Eurozentrismus in Hochschuleinrichtungen einzuleiten. Diese Online-Aktivität führt die Teilnehmer:innen in die umfassenderen Fragen und Themen ein, die im „Block A – Diagnose“ des BRIDGES-Lehrplans behandelt werden. In dieser Aktivität werden die Teilnehmer:innen aufgefordert, kritisch über die grammatikalisch eher ungewöhnliche Frage „Wo denken wir?“ nachzudenken. Unter Anwendung der „Weltkarte des kritischen Denkens“-Übung werden die Teilnehmer:innen gebeten, die Übung zunächst individuell durchzuführen und ihre Ergebnisse dann im Theorie-Workshop „Theoretisierung von strukturellem Rassismus und Eurozentrismus in der Hochschulbildung“ von „Block A – Diagnose“ zu teilen. Die Frage „Wo denken wir?“ zielt darauf ab, die Orte der Wissensproduktion und des Wissenskonsums sowie die eigene Verortung innerhalb der Geographien des Wissens zu problematisieren. 

Diese Aktivität führt die Studierenden in Schlüsselkonzepte wie „Struktureller Rassismus“, „Dekoloniales Wissen“, „Eurozentrismus“ und „Migra*BPoC-Widerstand“ ein, die ihre Diagnose der Hochschulen und der Wissensproduktion im Allgemeinen prägen werden. Auf der Grundlage dieser Einführung erstellen die Teilnehmer:innen eine Analyse der Hochschuleinrichtung, an der sie studiert haben oder arbeiten. Die Übung wird es den Teilnehmer:innen ermöglichen, ihre Beziehung zum strukturellen Rassismus in der Hochschulbildung nachzuvollziehen. Die Teilnehmer:innen werden auf zwei Ebenen arbeiten: erstens mit persönlichen Berichten über ihre Erfahrungen und zweitens mit deren Analyse auf der Grundlage des angebotenen theoretischen Rahmens.  

Die Übung „Weltkarte des kritischen Denkens“ des BRIDGES-Toolkits zielt darauf ab, die Prozesse der Inklusion und Exklusion von Menschen, Inhalten und Literaturverweisen im universitären Kontext zu erfassen. Sie ermöglicht es uns, die ethnische, religiöse und/oder nationale Vielfalt in den Gesellschaften zu kartieren und wie sie zueinander stehen. Dies ermöglicht es einerseits, einige Annahmen, die auf der Grundlage von Ethno-/Eurozentrismus oder Okzidentalismus getroffen wurden, zu provinzialisieren. Andererseits kann es zeigen, in welchem Ausmaß einige Bevölkerungsgruppen von der Hochschulbildung ausgeschlossen sind und wie dies mit ihren religiösen, rassischen, ethnischen, klassenmäßigen, sexuellen, geschlechtlichen und nicht-binären Zuschreibungen zusammenhängt. Auf diese Weise können wir beobachten, wie Rassismus, Migration, Behindertenfeindlichkeit, Sexualität, Geschlecht und Klasse den Zugang zur Hochschulbildung in verschiedenen Gebieten strukturieren können. Die Karte soll auch die akademischen und literarischen Referenzen sowie die Zitierpraxis in den Lehrplänen der Universitäten problematisieren.

 

Zielsetzung

Das übergeordnete Ziel dieser Aktivität ist es, einen kritischen und reflexiven Prozess zu strukturellem Rassismus und Eurozentrismus im Hochschulwesen zu initiieren. 

Mit der Übung „Weltkarte des kritischen Denkens“ werden die Teilnehmer:innen außerdem aufgefordert

  • den Inhalt ihres Studiums zu reflektieren und zu problematisieren und die Logik, Dynamik und Praxis der Hochschulbildung zu hinterfragen. 
  • strukturellen Rassismus und Eurozentrismus zu diagnostizieren, indem sie mit Schlüsselbegriffen wie „Struktureller Rassismus“, „Dekoloniales Wissen“, „Eurozentrismus“ und „Migra*BPoC-Widerstand“ arbeiten. 
  • sich mit den konzeptionellen und analytischen Werkzeugen vertraut zu machen, die sie auf ihre Teilnahme am Theorieworkshop „Theoretisierung von strukturellem Rassismus und Eurozentrismus in der Hochschulbildung“ von „Block A – Diagnose“ vorbereiten.

Diese Einheit vermittelt den Teilnehmer:innen auch spezifische Fähigkeiten im Zusammenhang mit der „Weltkarte des kritischen Denkens“, die darin bestehen

  • kritische Reflexion über die Inhalte und Akteur:innen, die unser Lernumfeld ausmachen
  • Förderung des kritischen Denkens durch individuelle Auseinandersetzung und Vorbereitung der Karte, 
  • und schließlich die Erstellung von Visualisierungen (in Form von individuellen Karten) der geografischen Verteilung von Wissensproduktion und -konsum sowie der Situierung der Teilnehmer:innen innerhalb der Geografien des Wissens.

Verfahren (Schritte, Anweisungen und Zeitplan)

Der erste Schritt besteht aus einer individuellen vorbereitenden Lektüre durch die Teilnehmer:innen. Die Teilnehmer:innen müssen die vom BRIDGES-Konsortium erarbeiteten Schlüsselkonzepte/-instrumente lesen, denen gemeinsam ist, dass sie eine kritische Diagnose von strukturellem Rassismus und Eurozentrismus im Hochschulwesen liefern. Die Pflichtlektüre umfasst daher die folgenden Konzepte/Werkzeuge: „Structural Racism“ und „Decolonial Knowledges“ (zusätzliche Lektüre sind „Eurocentrism“ und „Migra*BPoC Resistance“)

Der nächste Schritt besteht aus der Übung „Weltkarte des kritischen Denkens“, die die Teilnehmer:innen für den Kurs per Fernzugriff und individuell vorbereiten werden. Dieser erste Schritt kann digital oder in Anwesenheit durchgeführt werden, aber bitte beachten Sie, dass die Teilnehmer:innen genug Zeit haben, um ihre eigene Weltkarte des kritischen Denkens auszufüllen. 

Die Anweisungen für die digitale Übung lauten wie folgt:

  • Die Teilnehmer:innen müssen eine Weltkarte herunterladen.
  • Die Teilnehmer:innen werden verschiedene Länder auf dieser Weltkarte farblich kennzeichnen, um eine kritische Analyse der geografischen Verteilung ihres Lernkontextes und seiner Ressourcen durchzuführen. Bitte verwenden Sie nur die in der Übung „Weltkarte des kritischen Denkens“ vorgeschlagenen Farben.
  • Alle Teilnehmer:innen sollten auf ihrer Karte ihre derzeitige(n) Nationalität(en) und Staatsbürgerschaft(en), die wichtigsten Orte, die ihre persönliche und akademische Entwicklung beeinflussen, und die Orte, aus denen ihre Vorfahren stammen (Eltern und Großeltern), farblich kennzeichnen. 

Um die geopolitische Verteilung des Curriculums zu erörtern, sollten die Teilnehmer:innen auf ihrer Karte die Nationalität der Lehrenden in ihrem Studiengang, die Herkunftsländer von fünf Autor:innen, die in den bibliografischen Referenzen eines repräsentativen oder obligatorischen Kurses in ihrem Studiengang oder eines Kurses, den sie selbst unterrichtet haben (z. B. Vorlesung „Einführung in die Soziologie“ usw.), enthalten sind, und schließlich die Orte der Veröffentlichung von fünf Literaturreferenzen, die in diesem Kurs enthalten sind, farblich kennzeichnen. 

Im letzten Schritt beantworten die Teilnehmer:innen individuell die Fragen, die in den Schritten 2 bis 4 der Übung „Weltkarte des kritischen Denkens“ gestellt wurden. Die Beschäftigung mit diesen Fragen ist eine vorbereitende Übung für den folgenden Schritt 6.

Die Teilnehmer:innen werden gebeten, zu einem bestimmten Datum ein Bild oder einen Screenshot an den/die Initiatoren der Sitzung zu schicken. Moderator dieser Sitzung, Sebastian Garbe, zu schicken. Die Karten werden dann auf das Miro-Board hochgeladen und gemeinsam im Theorie-Workshop „Theoretisierung von strukturellem Rassismus und Eurozentrismus in der Hochschulbildung“ von „Block A – Diagnose“ diskutiert. Die Teilnehmer:innen können sich an der Diskussion beteiligen, indem sie sich mit den Fragen aus der Übung im vorherigen Schritt 5 auseinandersetzen.

Diese vorangegangene Aktivität wird durch die digitale Open-Door-Sitzung mit den Moderator:innen in der ersten Stunde des Kurses unterstützt. Diese Sitzungen dienen dazu, die Vorbereitung der Aktivität zu unterstützen.

Benötigte Materialien und Ressourcen für die Durchführung

Pflichtliteratur (Konzepte/Werkzeuge)

Zusätzliche Literatur

Ressourcen

Konzepte aus dem BRIDGES Toolkit im Virtual Lab

Übung “ Eine Weltkarte des kritischen Denkens“ im Virtual Lab

Erwartete Ergebnisse

Die Teilnehmer:innen machen sich mit den Schlüsselkonzepten zur Diagnose von strukturellem Rassismus und Eurozentrismus im Hochschulbereich vertraut, um einen Einstieg in den gesamten BRIDGES-Kurs/Lehrplan zu finden. Durch die Beantwortung der Fragen in Schritt 2 bis 4 der Übung „Weltkarte des kritischen Denkens“ haben die Teilnehmer:innen wichtige Gesprächspunkte für die Diskussionen im Theorie-Workshop „Theoretisierung von strukturellem Rassismus und Eurozentrismus in der Hochschulbildung““ von „Block A – Diagnose“ zur Hand. Ein weiteres wichtiges Ergebnis dieser Aktivität sind die von den Teilnehmer:innen erstellten individuellen Karten, die als Ausdrucke oder in digitalen Formaten zur Verfügung gestellt werden. Die Drucke werden während des Kurses im offenen Raum „In/visible Bridges“ ausgestellt, die digitale Version auf Miro und im BRIDGES Virtual Lab.

Abgeleitete Materialien aus der Aktivität

Foto/Screenshot der Critical Thinking World Maps der einzelnen Teilnehmer:innen auf der digitalen Plattform Miro. Diese Karten können später als Diashow im Virtual Lab zusammengestellt werden.

Kurator:innen + Mitarbeiter:innen während des Testkurses

Encarnacion Gutierrez Rodriguez, María Cárdenas und Sebastian Garbe mit Unterstützung von PAR Barcelona